Kommunalwahl 2014

Kandidatenvorstellung im Ortsteil Adelsberg

Adelsberg. Die Gemeinderatskandidaten der SPD-Zell besuchten am Montag den Stallneubau von Max Lederer in Adelsberg und trafen sich anschließend im Schützenstüble, um mit den Bürgern über aktuelle Fragen der Kommunalpolitik zu diskutieren. Bei der sehr engagiert geführten Diskussion standen die Verpachtung der Wasserkraftwerke und die weitere Schulentwicklung deutlich im Vordergrund.

Klaus Berger, Ortsvorsteher von Adelsberg, eröffnete das Treffen und listete die Fragen und Maßnahmen auf, die den Adelsbergern besonders am Herzen liegen. Neben dem dritten Bauabschnitt der Straße von Adelsberg nach Blauen führte er die dringend notwendige Sanierung des Bürgerhauses und des Kindergartens an sowie den Bau eines Aufzuges im Bürgerhaus, damit auch gehbehinderte Bürger an Veranstaltungen teilnehmen können. Thomas Kaiser, Fraktionssprecher der SPD im Zeller Gemeinderat, gab einen Rückblick auf die Projekte und Maßnahmen, die abgewickelt werden konnten und für die sich die Fraktion maßgeblich eingesetzt hat. Dabei betonte er ausdrücklich die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat. „Wenn es um die Sache geht, dann wird Parteipolitik zurückgestellt, und alle ziehen an einem Strang“, so Thomas Kaiser, der in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung hervorhob.

Nach der Vorstellung der Kandidaten für die Gemeinderatswahl hatten die Bürger das Wort. In der Frage der Verpachtung der beiden Zeller Wasserkraftwerke fühlten sich die Bürger nicht ausreichend informiert und äußerten Unverständnis für den Entscheid. Thomas Kaiser verwies darauf, dass diese Frage im Gemeinderat intensiv behandelt worden war und dass die entscheidenden Sitzungen öffentlich waren. In der Sache erläuterte er, dass die Kraftwerke auf 30 Jahre verpachtet, nicht aber verkauft sind. Angesichts der zwingend erforderlichen Investitionen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro und der fehlenden Kompetenz in der Verwaltung für einen Eigenbetrieb, habe man die Pacht ausgeschrieben und sich „mit großer Mehrheit im Rat“ für einen der beiden Bewerber entschieden. „Die Pacht, die die Stadt ab Mai 2014 erhält, ist dabei deutlich höher als der Gewinn, der in der Vergangenheit erwirtschaftet werden konnte“, betonte der Fraktionssprecher. Auf ihre Stimmabgabe angesprochen erklärte Claudia Dolzer, sie habe gegen die Verpachtung gestimmt, weil sie es für unklug halte, regenerative Energiequellen zum jetzigen Zeitpunkt aus der Hand zu geben. „Diese Frage wäre ideal für einen Bürgerentscheid gewesen“, betonte sie, „denn die Kraftwerke gehören nicht der Stadt, sondern den Bürgern.“

In einem zweiten Diskussionskomplex wurde die Schulentwicklung in Zell angesprochen, und es wurde die Befürchtung geäußert, dass Haupt- und Realschulen abgeschafft werden sollen. Diese Befürchtung sei nicht gerechtfertigt, erläuterte Thomas Kaiser. Mit dem „Zeller Weg“ – einem Schulverbund aus Haupt-, Werkreal- und Förderschule bei gleichzeitiger Stärkung der Realschule habe Zell sich für einen zukunftsorientierten Weg entschieden, der die Vorteile der Zeller Schullandschaft sichere und gleichzeitig die Realschule, die einen hervorragenden Ruf in der Region besitzt, weiterhin stärkt. Manfred Rinderle, Gemeinderatskandidat, bestätigte, dass es aufgrund unterschiedlicher Tendenzen in der Landespolitik eine gewisse Unsicherheit gibt. „Zell ist in Gefahr bei diesen Entwicklungen der Verlierer zu sein“, so Manfred Rinderle. „Aber der Zeller Weg ist der beste Weg, um die Vorteile der Zeller Schulen zu wahren und unsere Alleinstellung mit einer starken Realschule zu behalten.“ Thomas Kaiser bestätigte, dass sich die Fraktion auch im neuen Gemeinderat mit aller Kraft für diesen Weg weiter einsetzen wird. „Und wir werden zusätzlich dafür kämpfen, dass in Zell auch langfristig der Hauptschulabschluss gemacht werden kann. Eine weitere Forderung von uns ist, dass die Ungleichbehandlung bei den Sachkostenzuschüssen zwischen Gemeinschafts- und Realschule aufgehoben wird.“